Acht Professorinnen und Professoren an der ETH Zürich ernannt

12.12.2014 | News

Von:  Redaktion

Der ETH-Rat hat auf Antrag des Präsidenten der ETH Zürich, Ralph Eichler an seiner Sitzung vom 10./11. Dezember acht Personen zur Professorin oder zum Professor der ETH Zürich ernannt, den Rücktritt eines Professors mit Verdankung zur Kenntnis genommen und einen Professorentitel verliehen. Der ETH-Rat hat zudem den Präsidenten der ETH Zürich verabschiedet.

Kuppel der ETH Zürich (Bild: Josef Kuster)  
Der ETH-Rat hat die neuen Professorinnen und Professoren ernannt. Zudem hat er Ralph Eichler verabschiedet. (Bild: ETH Zürich / Josef Kuster)

Verabschiedung des Präsidenten der ETH Zürich

Prof. Dr. Ralph Eichler (*1947), zurzeit Präsident der ETH Zürich und ordentlicher Professor für Experimentalphysik, wird Ende Dezember 2014 nach einer erfolgreichen Karriere als Wissenschafter und Führungspersönlichkeit in den Ruhestand treten. Ralph Eichler sammelte nach Studium und Promotion an der ETH Zürich internationale Erfahrung an renommierten Forschungsinstitutionen und Hochschulen.

Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich und als Projektleiter am Paul Scherrer Institut (PSI) wurde er 1988 zum ausserordentlichen Professor für Experimentalphysik an der ETH Zürich berufen. 1993 folgte die Beförderung zum ordentlichen Professor und 1998 die Wahl zum Stellvertretenden Direktor des PSI, das er von 2002 bis 2007 als Direktor führte. 2007 wählte ihn der Bundesrat zum Präsidenten der ETH Zürich.

In der nationalen und internationalen Fachwelt geniesst Ralph Eichler hohes Ansehen. Das Spektrum seiner Leistungen in Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Management bezeugt seine ausserordentliche Vielseitigkeit sowohl in der Physik als auch im Dienste der akademischen Gemeinschaft und der ETH Zürich.

Ernennungen ETH Zürich

Prof. Dr. Andreas Krause (*1978), zurzeit Assistenzprofessor an der ETH Zürich, zum ausserordentlichen Professor für Informatik. Andreas Krause zählt zu den herausragenden Nachwuchs-forschern in den Bereichen Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz. In seinen Arbeiten zu adaptiven Systemen entwickelt er Modelle und Algorithmen, die submodulare Gütefunktionen effizient und mit beweisbaren Approximationseigenschaften optimieren können. Diese Methoden haben sich bei der Verkehrsplanung ebenso bewährt wie in der medizinischen Diagnostik und in weiteren Gebieten. Andreas Krause wird an der ETH Zürich die Brücken vom Maschinellen Lernen zur Kerninformatik und zu benachbarten Gebieten weiter verstärken sowie eine wichtige Rolle in der Big-Data-Initiative spielen.

Dr. Pablo M. Rivera Fuentes (*1984), zurzeit Postdoktorand an der University of Oxford, Grossbritannien, zum Assistenzprofessor für Organische Chemie. Pablo Rivera Fuentes verfügt über ein breites Wissen im Bereich des molekularen Imaging, der organischen Synthese und der biologischen Chemie. Er fokussiert zurzeit auf die Visualisierung intrazellulärer Verbindungen, um so ein besseres Verständnis für das Zusammenspiel der in Zellen stattfindenden Prozesse zu erlangen. Durch die Berufung von Pablo Rivera Fuentes stärkt und ergänzt das Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften seine Forschung im Bereich der organischen Chemie und der chemischen Biologie.

Dr. Clara Sánchez Rodríguez (*1980), zurzeit Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam, Deutschland, zur Assistenzprofessorin für Zellbiologie der Pflanzen. Clara Sánchez Rodríguez ist eine engagierte Nachwuchswissenschafterin. Mit ihren Forschungsergebnissen auf den Gebieten der Zellbiologie und der Pflanzen-Pathogen-Interaktionen leistete sie bereits Pionierarbeit und fand internationale Anerkennung. Aktuell forscht sie zur komplexen Regulation der Synthese und des Aufbaus der Pflanzenzellwand. Ihre künftigen Resultate könnten sich für die Abwehr von Pathogenen und für die Gewinnung von Bioenergie als zentral erweisen. Mit der Berufung von Clara Sánchez Rodríguez kann die ETH Zürich ihre international führende Pflanzenbiologieforschung weiter stärken.

Dr. Tobias Schmidt (*1981), zurzeit Oberassistent an der ETH Zürich und Visiting Scholar an der Stanford University, Kalifornien, USA, zum Tenure-Track-Assistenzprofessor für Energiepolitik. Tobias Schmidt verfügt sowohl über technisches als auch ökonomisches Know-how. Mit diesem interdisziplinären Hintergrund erforscht er unter anderem den Einfluss der Energiepolitik auf den technologischen Wandel. Dazu setzt er sowohl quantitative als auch qualitative Methoden ein. Gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse erarbeitet Tobias Schmidt auch Handlungsempfehlungen für politische und andere Akteure. Sein Netzwerk in renommierten Hochschulen und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen ist für die ETH Zürich eine weitere grosse Bereicherung.

Prof. Dr. Olga Sorkine Hornung (*1981), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der ETH Zürich, zur ausserordentlichen Professorin für Informatik. Olga Sorkine hat früh mit fundamentalen Forschungsergebnissen auf sich aufmerksam gemacht und gilt als weltweit führende Wissenschafterin in den Bereichen der geometrischen Modellierung sowie der digitalen Bearbeitung von Geometrie. Aktuell befasst sie sich unter anderem mit Computerdesign im Zusammenhang mit den zukunftsweisenden Gebieten der digitalen Fabrikation und des 3D-Druckens. Mit ihren Forschungsthemen ergänzt Olga Sorkine die vorhandenen Schwerpunkte am Institut für Visual Computing in idealer Weise und wird die Stärken der ETH Zürich in diesem Gebiet weiter ausbauen.

Prof. Dr. Roman Stocker (*1975), zurzeit ausserordentlicher Professor mit Tenure Track am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA, zum ordentlichen Professor für Grundwasser und Hydromechanik. Roman Stocker ist international sehr gut vernetzt und gilt als Experte für Umweltströmungsmechanik. Seine interdisziplinäre Forschung befasst sich mit dem Schnittbereich von Hydromechanik und biologischen Transportprozessen in der Umwelt. Mit der neuartigen Kombination von dynamischer Bildgebung und Mikrofluidik erzielte er vielbeachtete Erkenntnisse. Roman Stocker wird die internationale Spitzenposition der ETH Zürich im Bereich der physikalischen Prozesse in Oberflächen- und Grundgewässern weiter stärken.

Prof. Dr. Andreas Wenger (*1964), zurzeit ausserordentlicher Professor an der ETH Zürich, zum ordentlichen Professor für Schweizerische und Internationale Sicherheitspolitik. Andreas Wenger ist Leiter des Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich und der Universität Zürich. Zu seinen Schwerpunkten gehören Fragen der transatlantischen Beziehungen, der amerikanischen und russischen Aussen- und Sicherheitspolitik, der europäischen Sicherheitsarchitektur und der zukünftigen Ausgestaltung der schweizerischen Aussen- und Sicherheitspolitik. Andreas Wenger erzielt in Forschung und Lehre ausgezeichnete Resultate. 2014 erhielt er gestützt auf hervorragende Beurteilungen durch die Studierenden die Goldene Eule für besondere Leistungen in der Lehre.

Vanessa Wood (Bild: Tom Kawara)

Prof. Dr. Vanessa Wood (*1983), zurzeit Tenure-Track-Assistenzprofessorin an der ETH Zürich, zur ausserordentlichen Professorin für Materialien und Komponenten. Vanessa Wood ist eine herausragende und international anerkannte Wissenschafterin. Ihre Forschungsgruppe befasst sich unter anderem mit der Erarbeitung von Solarzellen aus Nanomaterialien, mit neuen Materialien zur Energiespeicherung in Batterien und Super-Caps sowie mit der elektrochemischen Charakterisierung von Nanomaterialien und mit der Röntgentomographie von porösen Batterieelektroden. Mit ihrer engen Vernetzung im ETH-Bereich und mit ihrem Schwerpunkt in Fragestellungen der Elektronik und Photonik wird Vanessa Wood weitere wissenschaftliche Durchbrüche in wichtigen Feldern ermöglichen.

Verleihung des Titels «Professor»

Dr. Yoko Yamakoshi (*1965), leitende wissenschaftliche Mitarbeitende und Lehrbeauftragte an der ETH Zürich, zur Titularprofessorin der ETH Zürich. Yoko Yamakoshi ist eine international anerkannte organische Synthesechemikerin und befasst sich äusserst erfolgreich mit Anwendungen in biologischen und medizinischen Fragestellungen. Mit dem hohen Niveau ihrer Forschung gelingt es ihr, sehr gute Doktorierende an sich zu ziehen, und sie erbringt in Forschung und Lehre wichtige Leistungen für die ETH Zürich.

Verabschiedung ETH Zürich

Prof. Dr. Michael Eichmair (*1983), zurzeit Assistenzprofessor für Mathematik, wird die ETH Zürich Ende Februar 2015 verlassen. Michael Eichmair gehört zu den führenden Nachwuchsforschern in geometrischer Analyse. Seine wissenschaftlichen Arbeiten betreffen unter anderem geometrische Aspekte der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein.

Der ETH-Rat verdankt die Leistungen der scheidenden Professorin in Wissenschaft, Lehre und akademischer Verwaltung.

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29.04.2017
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