Wie ich mir die ETH in zehn Jahren vorstelle

Zum Abschluss ihres Jahres als VSETH-Präsidentin umreisst Julia Wysling (D-MATH) in ihrem Essay, wie sie sich vorstellt, dass die ETH Zürich und ihr Campus in zehn Jahren aussehen werden.

Vergrösserte Ansicht: Julia Wysling Studentin D-MATH VSETH-Präsidentin 2013-2014
Julia Wysling, Studentin (D-MATH) und VSETH-Präsidentin von 2013 bis 2014. (Illustration: Kornel Stadler)

Während eines Jahres durfte ich die ETH so kennenlernen, wie sie der Durchschnittsstudent nie sieht. Ich ärgerte mich über kompliziert verteilte Zuständigkeiten, freute mich darüber, wie kompetent einige Stellen besetzt sind, sass im Büro des ETH-Präsidenten auf dem Sofa und entwirrte Probleme von Studierenden, die ich mir auch in den wildesten Träumen nicht hätte ausdenken können.

Mittlerweile behaupte ich, dass ich die ETH gut kenne und deshalb weiss, was alles in zehn Jahren möglich wäre. Ob meine Wünsche in Erfüllung gehen, wird sich zeigen.

Im Jahr 2024 lernen neu eintretende Studierende in einer Einführungswoche die ETH und ihre Mitstudierenden kennen. Die in dieser Woche geschaffene Identifikation mit der Hochschule und der Zusammenhalt im Jahrgang trägt sie durch die Studienjahre, die anders als noch 2014 sehr viel individueller gestaltet werden können. Das Angebot von Vorlesungen und Übungsstunden wurde um Diskussionsrunden, Online-Kurse und -Tutorings, Materialsammlungen und selbstständige Projektarbeiten ergänzt.

Zudem gibt es vielseitige Angebote, sich auch abseits des Studiums weiterzuentwickeln. Dies trägt dazu bei, dass Studierende
die ETH nicht nur als Experten ihres Fachbereichs verlassen, sondern auch als Persönlichkeiten, die wissen, wie sie ihre Fähigkeiten in ihrer Zukunft und in der Gesellschaft einsetzen wollen.

Das Leben auf dem Campus hat sich verändert: Mit dem Bezug der Studierendenwohnungen hat sich der Campus Hönggerberg von einem reinen Arbeits- und Lernort in einen vollwertigen Lebensraum entwickelt. Anstatt vom Labor direkt zum Bus zu gehen, bleibt man noch ein bisschen länger in der Bar im neuen studentischen Zentrum, schaut im gleichen Gebäude einen Film oder trifft sich an elektrischen Grillplätzen, die es über den ganzen Campus verteilt gibt. Die Atmosphäre an einem lauen Sommerabend ist ähnlich wie am Zürichsee.

Durch diese Angebote gewinnen die Jahre, die Studierende an der ETH verbringen, an emotionalem Wert. Die Studienkollegen
werden zur Familie, die Professoren kennt man nicht nur aus dem Frontalunterricht, sondern auch als gleichwertige Partner in Diskussionsrunden.

Am Ende des ETH-Studiums steht eine stimmungsvolle Masterfeier, die diesen prägenden Lebensabschnitt angemessen abschliesst und der Studienzeit ein Sahnehäubchen aufsetzt.

Essay: Die ETH in 10 Jahren?

Haben auch Sie eine Vorstellung, wie sich die Hochschule in den nächsten 10 Jahren entwickeln wird?

Ja? Dann senden Sie uns doch einen kurzen Textvorschlag Ihrer Vision (max. 2000 Zeichen) zusammen mit Angaben zu Ihrer Person und Ihrer Beziehung zur ETH (Anstellung, Studium) – die Redaktion wird eine Auswahl der besten Vorschläge an dieser Stelle veröffentlichen.

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Einsendeschluss: 15. Oktober 2014

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