«Piz Daint» gehört zur Weltspitze

19.06.2017 | News

Von:  Anna Maltsev, Felix Würsten

Nach einem umfassenden Ausbau der Hardware Ende letzten Jahres ist der CSCS-Supercomputer «Piz Daint» heute der leistungsstärkste Grossrechner ausserhalb Asiens. Mit einer Spitzenleistung von über 20 Petaflops ermöglicht er zukunftsweisende Forschung in der Schweiz und in Europa.

Halle im CSCS mit mehreren Rechnern  
Gehört zur Weltspitze: der Supercomputer «Piz Daint» am CSCS in Lugano. (Bild: CSCS)

Seit November 2013 ist der Hochleistungsrechner «Piz Daint» am Nationalen Rechenzentrum (CSCS) in Lugano der leistungsstärkste Supercomputer Europas. Ende 2016 wurde seine Leistung durch ein umfassendes Hardware-Upgrade nochmals mehr als verdreifacht. Heute ist «Piz Daint» mit einer theoretischen Spitzenleistung von 25,3 Petaflops der schnellste Rechner ausserhalb Asiens, wie an der internationalen Fachtagung ISC High Performance in Frankfurt heute bestätigt wurde. Dank innovativer Architektur ist «Piz Daint» zudem auch einer der energieeffizientesten Grossrechner weltweit.

Strategisches Vorgehen

Der aufgerüstete Hochleistungsrechner ist ein energieeffizientes hybrides System, bestehend aus herkömmlichen Prozessoren (CPUs) und Graphikprozessoren (GPUs). Das ausgeklügelte System, das auf einem Cray XC40/XC50 basiert, ist das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem CSCS, verschiedenen Hardwareproduzenten sowie Informatikern, Mathematikern und weiteren Forschenden unterschiedlicher Disziplinen. Angestossen wurde diese erfolgreiche Kooperation durch die nationale Hochleistungsrechnen- und Vernetzungsstrategie (HPCN-Strategie), die vom ETH-Rat im Namen des Bundes 2009 lanciert wurde.

Unterstützung der Forschung

Hochleistungsrechner sind mittlerweile aus der Forschung nicht mehr wegzudenken: Simulationen, Datenanalysen und Visualisierungen liefern neben Theorie und Experimenten in den meisten Forschungsbereichen zentrale Beiträge. Leistungsstarke Systeme wie «Piz Daint» sind entscheidend für hochaufgelöste rechenintensive Simulationen, wie sie etwa in der Klima- und Materialforschung sowie in den Life Sciences gemacht werden.

In der Datenwissenschaft, die zunehmend an Bedeutung gewinnt und zu den strategischen Schwerpunkten der ETH Zürich gehört, ermöglichen Supercomputer die Analyse von enormen Datenmengen. Genau in diesem Bereich verfügt «Piz Daint» über eine besondere Stärke: Er ist in der Lage, bereits während den Berechnungen die resultierenden Daten zu analysieren.

Wichtig für internationale Kooperationen

Schliesslich ist «Piz Daint» auch ein wichtiges Element in der internationalen Forschungszusammenarbeit: Das CSCS ist seit diesem Frühjahr in der «Partnership for Advanced Computing in Europe» (PRACE) mit «Piz Daint» einer der wichtigsten Anbieter von Rechenleistung. Dieses Engagement wiederum kommt den Schweizer Forschenden zugut: Sie erhalten durch die CSCS-Beteiligung an PRACE Zugang zu verschiedenen anderen europäischen Grossrechnern.

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