KONTAKT Lesen und Schreiben im Weltall

Details

Kontakt mit Ausserirdischen. Ein Fall für die Hermeneutik

Wegmann Nikolaus

01:00:29

25.05.2016


Das Verhältnis zwischen Literatur und Weltall entziffert sich uns heute vor allem im Horizont eines medienwissenschaftlichen Topos: der «Gutenberg-Galaxis » McLuhans. Der Literatur hat sich dieser Begriff als ein vergiftetes Geschenk erwiesen, denn obwohl er gezielt die Strukturen des ausserirdischen Vorstellungsraumes auf den Kosmos des gedruckten Wortes überträgt, schliesst er tatsächlich die Bücher aus diesem Raum aus. Die Gutenberg-Galaxis endet just in jenem Moment, in dem die medientechnische Durchdringung des Weltalls beginnt. Die Literatur wäre demnach kein interstellares Medium. «Kontakt – Lesen und Schreiben im Weltall», die zweite Konferenz des Zürcher Forschungsprojekts «Conditio extraterrestris», begibt sich hinter McLuhans Zäsur zurück und stellt diese zur Disposition. Sie fragt nach dem galaktischen Selbstverständnis der Literatur, den in ihr sich entwickelnden extraterrestrischen Medienfiktionen und der Poetik des «Kontakts». Welche Querverbindungen bestehen zwischen dem Diskurs der Inspiration und dem Diskurs der kosmischen Netzwerke? Wie organi- sieren sich Texte, die jenseits der Erde gelesen werden sollen? Und inwiefern ist es überhaupt möglich, die Kommunikation mit Ausserirdischen im Medium der Literatur zu reflektieren? In der Diskussion mit Forschenden aus Literatur- und Medienwissenschaft, Astronomie und Geschichtswissenschaft, Filmwissenschaft und Neuropsychologie sollen diese Fragen erörtert werden – mit dem Ziel, den Blick für die medienwissenschaftliche, kulturhistorische wie literaturtheoretische Bedeutung des Lesens und Schreibens im All neu zu schärfen. Conditio extraterrestris widmet sich dem Gesamtkomplex jener Vorstellungen, deren Grundvoraussetzung die Annahme eines bewohnten oder zu bewohnenden Weltalls ist. Unser Anliegen ist es, die Bedeutung des ausserirdischen Raumes für das Bewusstsein und die Erzählungen des neuzeitlichen Subjektes sichtbar zu machen. Weltraumfiktionen von Kepler bis zur zeitgenössischen Science Fiction stehen im Fokus des Projekts – und werden aus literaturwissenschaftlicher, medientheoretischer wie wissensgeschichtlicher Perspektive neu gelesen.


Media

Presentation

Share

Embed

 
Page URL: http://www.video.ethz.ch/speakers/collegium-helveticum/einzelveranstaltungen/kontakt/68f15bfb-02f1-4c5b-9eb1-53503063d32c.html
25.06.2017
© 2017 Eidgenössische Technische Hochschule Zürich