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Vision eines Zentrums für Synthetische Biologie

8. Juni 2009
Die ETH Zürich hat heute das Departement für Biosysteme in Basel feierlich eingeweiht. Das jüngste ETH-Departement verfolgt die Vision, sich weltweit als Zentrum für Synthetische Biologie zu etablieren. Mit der Universität Basel sind Doppelprofessuren geplant.

Nach zwei Jahren des Aufbaus sind am Departement für Biosysteme (D-BSSE) in Basel nunmehr sieben Professuren, neun Arbeitsgruppen und 150 Mitarbeitende unter einem Dach vereint. Die ETH Zürich lud heute Vertreterinnen und Vertreter der Universität Basel sowie aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein, um das jüngste der 16 ETH-Departemente feierlich einzuweihen.

Das D-BSSE hat seinen Fokus auf der Synthetischen Biologie, einem noch jungem Fachgebiet. Komplementär zur Systembiologie, welche bestehende biologische Systeme quantitativ beschreibt, nutzt die Synthetische Biologie dieses Wissen, um neuartige Moleküle und Proteine zu produzieren und um Zellsysteme zur Erfüllung von Organfunktionen zu programmieren. Die ETH Zürich will denn auch in dieses vielversprechende Forschungsgebiet weiter investieren: Mittelfristig plant man die Anzahl Professuren am D-BSSE gegenüber heute zu verdoppeln. Die Investitionen in den nächsten Jahren sollen es ermöglichen, aus Basel ein Zentrum für Synthetische Biologie mit weltweiter Ausstrahlung zu machen, skizziert ETH-Präsident Ralph Eichler die Vision.

Doppelprofessuren mit Universität Basel

Die Forschungs- und Lehrtätigkeit der ETH Zürich am Basler Standort hat auch eine stärkere Zusammenarbeit mit der Universität Basel zu Folge. Zwischen den Hochschulleitungen wurde ein Rahmenabkommen vereinbart, das Doppelprofessuren an beiden Institutionen vorsieht, so wie es die ETH Zürich schon seit längerer Zeit mit der Universität Zürich kennt. Doppelprofessoren sind in der Regel an einer der beiden Institutionen angestellt, haben aber das Promotionsrecht und das Recht auf Anträge für Forschungsförderung an der jeweils anderen Universität. Eine erste Doppelprofessur der ETH Zürich ist bereits bewilligt (Prof. Renato Paro). Die Universität Basel plant ihrerseits für 2010 einen Bioethik-Lehrstuhl als Doppelprofessur: «Wir versprechen uns davon wichtige Impulse für den wissenschaftlichen Dialog zwischen den einzelnen Disziplinen», sagt Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel.

Biotechnologie-Ausbildung nach Basel

Ab Herbst 2009 übernimmt das D-BSSE den Studiengang Biotechnologie ab dem dritten Bachelorstudienjahr. Die ersten beiden Jahre werden in einem naturwissenschaftlich ausgerichteten Bachelorstudiengang der ETH Zürich, der ETH Lausanne, der Universität Basel oder der Universität Zürich absolviert. Ebenfalls im Herbst 2009 startet in Basel der Masterstudiengang in Biotechnologie mit den Vertiefungen Systembiologie, Synthetische Biologie und Biotechnologie. Alle Studierenden können vor Ort auch vom Ausbildungsangebot der Universität Basel profitieren. «Die Integration von Lehre und Forschung sowie das Rahmenabkommen mit der Universität Basel sind Meilensteine für die weitere Entwicklung unseres Departements», betont Prof. Martin Fussengegger, Vorsteher des D-BSSE.

Herzzellen auf Mikrochips

Den Auftakt zu den Feierlichkeiten bildete am Freitag ein internationales Symposium mit Wissenschaftlern der Systembiologie. Unter anderen präsentierte der Nobelpreisträger in Medizin von 1995, Eric Wieschaus von der Princeton Universität, seine aktuelle Forschung. Am Samstagnachmittag öffnen die Forschenden des Departements ihre Labore für die Bevölkerung und erklären zum Beispiel, was Biologie mit Elektronik zu tun hat oder wie biologische Systeme konstruiert werden, die in der Natur nicht vorkommen. Jung und Alt können sich gleich selber als Systembiologen versuchen und das Wachstum von Krebszellen am Computer simulieren oder die DNA aus Obst isolieren.

Spitzenforschung am Departement für Biosysteme
Aus einer gesamtschweizerischen Forschungsinitiative ist im Jahr 2007 das Departement für Biosysteme (D-BSSE) der ETH Zürich in Basel hervorgegangen. Die ETH Zürich bündelt in ihrem jüngsten Departement ihr Know-how auf dem Gebiet der Systembiologie und profitiert mit dem Standort Basel von der Nähe zur industriellen Forschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Ingenieurwissenschaften erforschen und konstruieren gemeinsam biologische Systeme. Ihre Erkenntnisse liefern zum Beispiel Grundlagen für neue Medikamente gegen Tuberkulose, Krebs oder AIDS.

 

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