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Im Rahmen ihrer Masterarbeit an der London Business School schauten sich die beiden Autoren Alexander Schläpfer und Ingvi Oskarsson die 130 Spin-offs genauer an, die zwischen 1998 und 2007 aus der ETH Zürich hervorgegangen sind. Die Jungfirmen, welche die Forschungsresultate der Hochschule in kommerzielle Produkte und Dienstleistungen umsetzen, sind in den verschiedensten Technologiebranchen tätig, allen voran im IT- (26%) und Biotech-Sektor (16%). Anhand verschiedener Kriterien verglichen die Autoren die ETH-Spin-offs einerseits mit anderen Schweizer Jungunternehmen, anderseits mit universitären Spin-offs im internationalen Kontext.
Eine erste Erkenntnis aus der Untersuchung ist die hohe Überlebensrate der ETH-Spin-offs. Nach zehn Jahren haben 88% oder 115 von 130 Firmen überlebt. Die USA, das Land, aus dem bekanntlich einige der erfolgreichsten Spin-offs stammen, kommt auf eine Überlebensrate von 68% ihrer universitären Jungfirmen. Zieht man Schweizer Start-ups zum Vergleich heran, so zeigt sich, dass am Ende des fünften Jahres nach Firmengründung noch rund 90% der ETH-Spin-offs im Geschäft sind, während bei allen andern Schweizer Jungfir-men rund 50% überlebt haben.
Die 130 Jungfirmen der ETH Zürich haben im Zeitraum von zehn Jahren insgesamt 918 neue Arbeitsplätze geschaffen; das sind sieben Jobs pro Betrieb und im Vergleich zum Durchschnitt von Schweizer Start-ups fast doppelt so viel neue Jobs. Mit Blick auf die diversen Tätigkeitsfelder sind in den Informationstechnologien am meisten Jobs entstanden (258), gefolgt von Biotech/Pharma (126) und Sensors&Analytics (121). Viele dieser Stellen sind hochqualifiziert - mit 42% ETH-Absolventen. Alles in allem, so schätzen die Autoren, haben die ETH-Spin-offs zwischen 1998 und 2007 rund 1500 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen.
Aufschlussreiche Ergebnisse liefert die Untersuchung bezüglich der Förderung der ETH-Spin-offs durch Risikokapital und so genannte Business Angels. Die aus der ETH Zürich heraus entstandenen Jungfirmen haben im Vergleich zu den Schweizer Start-ups sechsmal mehr Finanzierungsmittel erhalten durch Risikokapitalgeber. Dabei erweist sich der Zugang zu Risikokapital als eine be-stimmende Schlüsselgrösse für das Wachstum und die Wertschöpfung neuer Technologie-Spin-offs.
Firmengründer investieren durchschnittlich 110'000 CHF in ihr Unternehmen, wenn sie über kein Risikokapital oder keinen Business Angel verfügen. Im Schnitt können sie nach fünf Jahren auf eine Wertsteigerung von 490'000 CHF hoffen; das entspricht einer theoretischen jährlichen Kapitalrendite von 40,5%. Venture-Capital-gestützte Firmen dagegen können eine viermal höhere Wert-steigerung erwarten und erzeugen auch vergleichsweise mehr Arbeitsplätze.
Der Vergleich mit andern Universitäts-Start-ups im Ausland macht allerdings auch deutlich, dass in der Schweiz die Unterstützung durch Risikokapital und Business Angels deutlich tiefer liegt als zum Beispiel in Grossbritannien. Dort erhalten im Mittel fast 60% der Jungfirmen eine solche Förderung, bei der Elite-universität Oxford sogar 75%, während bloss 27% der ETH-Spin-offs auf diese Weise unterstützt werden.
Ganz besonders in der Anfangsphase (Seed Phase) ist es für Firmengründer in der Schweiz nach wie vor schwierig, an Risikokapital heran zu kommen. Gemäss Studie müssen sich die Gründer von ETH-Spin-offs im Schnitt fast zwei Jahre aus eigenen Mitteln finanzieren, bis sie auf Risikokapital und Unterstüt-zung durch Business Angels zählen können. Peter Chen, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich: "Wir wollen die Rahmen-bedingungen für erfolgreiche Spin-offs aus unserer Hochschule weiter verbessern und insbesondere darauf hinwirken, dass sie leichteren Zugang haben zu Risikokapital in der ersten Phase nach der Unternehmensgründung."
Angesichts der Bedeutung von Risikokapital für das Wachstum von ETH-Spin-offs empfehlen die Autoren der ETH Zürich, das entsprechende Netzwerk auszubauen und die Beziehungen zu Risikokapitalgebern zu intensivieren. In einer zweiten Empfehlung wird die Hochschule ermutigt, vermehrt von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, sich am Aktienkapital von ETH-Spin-offs zu beteiligen im Abtausch gegen Lizenzeinnahmen, die an die Jungfirmen abgetreten werden.
Ingvi Oskarsson und Alexander Schläpfer: "The Performance of Spin-off companies at the Swiss Federal Institute of Technology (ETH) Zurich"; ETH Transfer 2008. Die Studie steht zum Down-load bereit unter: http://www.vpf.ethz.ch/transfer/ETH_Zurich_spin-offs.pdf
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