printlogo
http://www.ethz.ch/
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
 
print
  
Deutsch English

Detailanzeige

Materialien

Kein Bildmaterial verfügbar

Kontakte

ETH Zürich
Dr. Sibyl Anwander Phan-huy
Agrarwirtschaft
ETH Zentrum
8092 Zürich
Tel. +41 (1) 632 53 10
Fax +41 (1) 632 10 86
E-Mail
Website

ETH Zürich
Media Relations
Tel: +41 44 632 41 41
E-Mail

Entwicklungsländer als Agro-Player ernst nehmen und fördern

11. Mai 2001
Die Globalisierung trifft jene am stärksten, die Agro-Produkte zu tiefen und stark schwankenden Preisen anbieten - die Entwicklungsländer. Auch im eigenen Interesse ist es am Norden und Westen, den Südländern einen nachhaltigen Handel zu ermöglichen. Dies ist die Strategie der verantwortlichen Forschungseinrichtungen, Bundesämter und Nichtregierungs-Organisationen, wie an der Jahrestagung des Schweizerischen Zentrums für internationale Landwirtschaft (ZIL) der ETH Zürich und des Swiss Forum for International Agricultural Research (SFIAR) deutlich wurde.

Profitieren vom globalisierten Markt nur die Multis und der reiche Westen und Norden, oder reifen im Klima des zugigen Wettbewerbs auch lokale Früchte heran? Dieser Frage widmeten sich die rund 80 Teilnehmenden der Jahrestagung des an der ETH Zürich angesiedelten ZIL (Schweizerisches Zentrum für internationale Landwirtschaft) und SFIAR (Swiss Forum for International Agricultural Research) am Freitag im Kunsthaus Zürich.

Mit Gentechnologie zu mehr Ertrag?

Am Vormittag zeigte Ulrike Grote vom Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn auf, welche Folgen und Herausforderungen die liberalisierten Agrarmärkte auf Entwicklungsländer haben. Wie dieser Wandel auf die betroffenen Länder wirkt, illustrierte Norbert Behi aus der westafrikanischen Elfenbeinküste. Ein Teil der Tagung war Beispielen gewidmet, wie mit Hilfe der Forschung an der ETH Zürich Kleinproduzenten zu einer nachhaltigen und ertragsreicheren Ernte kommen können.

Bio und Fair-Trade bringen Nachhaltigkeit

Einen betont anderen Akzent setzen die Nichtregierungs-Organisationen (NGO), wie Henri Suter, Leiter des Sektors Landwirtschaft bei Intercooperation, darlegte. "Um auf die Auswirkungen des liberalisierten Agrarmarkts kurzfristig zu reagieren, treiben wir Schweizer NGO stark Bioprodukte voran". Gerade die Schweizer Hilfswerke und Forschungsinstitute seien im internationalen Vergleich auf diesem Gebiet äusserst stark. Langfristige Abnahmeverträge für Bio- oder Fair-Trade-Ware schafften geschützte Märkte und brächten den Partnern im Süden Existenz sichernde Einkommen. Neben diesen stark wachsenden Nischen will man die Entwicklung der WTO-Rahmenbedingungen aufmerksam verfolgen. Die Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke plant dazu eigens eine Stelle, um Auswüchse des Welthandels rasch erkennen und bei Regierungsstellen intervenieren zu können.

Wohlstand bringt neue Märkte

Aus Sicht der Schweizer Behörden beschränkt sich die Entwicklungszusammenarbeit nicht auf ein blosses Geben. Hans Häfliger von der Sektion Handels- und Umwelttechnologie-Kooperation im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) machte deutlich, dass stabilere Volkswirtschaften im Osten und Süden sich langfristig auch für Industrieländer auszahlen. Einerseits mindern verbesserte Lebensumstände den Migrationsdruck, andererseits können sich nur so stabile Märkte entwickeln, die als Zulieferer für die Schweizer Industrie oder als Absatzkanäle interessant werden. Das Seco unterstützt diese Stabilisierung, indem es einzelnen Regierungen aufzeigt, welche Konsequenzen die WTO-Verträge etwa durch Zollreduktionen haben. Zum andern fördert es Gespräche mit allen am Handel Betroffenen, um diesen so zu beleben.

Zertifizierung sichert Absatz

Der Zugang zu den Exportmärkten ist für Agrar-Produkte entscheidend. Die Schweiz unterstützt dies indem sie für Waren aus den ärmsten Ländern tiefere oder gar keine Importzölle erhebt. Zudem laufen Projekte, die lokale Anbieter weltmarktfähig trimmen. So unterstützt das Seco eine Gruppe von Kaffeeproduzenten in Äthiopien, ihre Ware biologisch zu zertifizieren. Studien hatten aufgezeigt, dass Bio-Kaffee in Europa und den USA ein relativ gutes Marktpotenzial hat. Inzwischen steht man kurz vor der Zertifizierung.

Arme zum Handeln befähigen

"Die Armen im ländlichen Raum bleiben die wichtigsten Verlierer der Globalisierung", hielt Dora Rapold von der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza) fest. Bei bescheidenem technologischen Fortschritt bleibe die Produktion tief, während die Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt fielen. Gleichzeitig sind die Südländer jene Regionen, die für die globale Umweltsituation eine Schlüsselrolle spielen. Die Deza setzt auf einen interdisziplinären Ansatz. Rapold: "Das Ziel sind Allianzen mit Zivilgesellschaft, Regierungsstellen und internationalen Organisationen wie der UNO. Diese sollen die Projektpartner befähigen, ihren Entwicklungsprozess selbst zu steuern."

Das Zentrum für Internationale Landwirtschaft

Das Zentrum für Internationale Landwirtschaft an der ETH Zürich beschäftigt sich v.a. mit Grundlagenforschung. Dies kann die biologische Schädlingsbekämpfung, die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, die Verbesserung des genetischen Potentials von Cassava und Reis oder die Abschätzung der künftigen Nachfrage nach bestimmten Nahrungsmittelgruppen betreffen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stehen in regem Austausch mit anderen Hochschulen und Universitäten in Entwicklungsländern und in Industrieländern. Weitere wichtige Partner sind die insgesamt 17 internationalen öffentlichen Agrarforschungszentren, welche die Schweiz als wichtiger Geldgeber unterstützt. In diesen Forschungszentren werden Erkenntnisse der Grundlagenforschung aufgegriffen und für verschiedene Kulturen und agroklimatische Zonen umgesetzt. Die entsprechenden Forschungsergebnisse stehen schliesslich den nationalen Agrarforschungszentren zur Verfügung, welche für die praktische Umsetzung, die Verbreitung des Wissens über Schule und Beratung, aber auch für ein Feedback zurück an die Grundlagenforschung verantwortlich sind.

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2013 ETH Zürich | Impressum | Disclaimer | 9.12.2009
top