printlogo
http://www.ethz.ch/
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
 
print
  
Deutsch English

Detailanzeige

Materialien

Kein Bildmaterial verfügbar

Kontakte


ETH Zürich
Media Relations
Tel: +41 44 632 41 41
E-Mail

Neuerungen im Bereich der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften der ETH Zürich

9. September 1999
Die Schulleitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich strebt im Bereich der Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS) eine markante Neuausrichtung in Lehre und Forschung an. Seit der Eröffnung der ETH Zürich im Jahre 1855 bildeten diese Wissensgebiete Bestandteile der technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildung. Die heutigen und auch die künftigen gesellschaftlichen Entwicklungen rufen jedoch nach einer noch stärkeren Integration dieser Fächer als bisher. ETH-Präsident Olaf Kübler und ETH-Rektor Konrad Osterwalder haben am 9. September 1999 anlässlich einer Medienorientierung die konzeptionellen Grundlagen für die Neuausrichtung vorgestellt und die beabsichtigten Massnahmen bekanntgegeben. Diese werden u. a. jährlich bei rund 2000 Studierenden neue Pflichtwahlfächer bringen und die Professorenschaft der involvierten Wissenschaftsbereiche vor grosse neue Herausforderungen stellen.

Neue Herausforderungen — neue Wege

Der Zeitpunkt für eine Reform ist besonders günstig, da in der Professorenschaft des Bereiches Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (GESS) bis zum Jahr 2003 eine grössere Zahl von Rücktritten ansteht. Die eingeleitete Neuorientierung fusst auf einem breiten Dialog mit allen Betroffenen und Bereichen der Hochschule, insbesondere den Studierenden, aber auch mit Exponenten der Industrie und der Politik. Wichtigstes Resultat dieser breiten Evaluation mit internationaler Beteiligung ist die klare und vorbehaltlose Überzeugung, dass der Bereich Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften beibehalten werden soll, jedoch noch besser in Lehre und Forschung zu integrieren ist. Die Stellungnahmen machten deutlich, dass der Bereich GESS im Hinblick auf die künftige soziale, staatspolitische und ethische Verantwortung, welche die Absolventinnen und Absolventen der ETH Zürich in ihrem beruflichen wie auch privaten Leben zu übernehmen haben, einen immer unerlässlicheren Beitrag an deren Ausbildung zu leisten hat.

Die Pflicht zu wählen

Alle Studierenden der ETH Zürich sind in Zukunft verpflichtet, ein geistes-, sozial- oder staatswissenschaftliches Fach im Schlussdiplom als Prüfungsfach zu wählen. Damit entfällt das bisherige Freifachobligatorium, welches die Studierenden zwar zum Besuch mindestens einer Lehrveranstaltung dieses Bereichs pro Semester verpflichtete, jedoch ohne die erbrachte Lernleistung in den Diplomprüfungen zu honorieren. Der Besuch der Freifachvorlesungen blieb leider allzu oft aufgrund der starken Belastung der Studierenden durch die Prüfungsfächer auf der Strecke. Die nun gewählte Lösung entspricht deshalb einem lange geäusserten Wunsch der Studierenden der ETH Zürich.

Forschungsorientierte Schwerpunkte und verstärkter Beizug kantonaler Universitäten

Die ETH Zürich wird anstelle der bisherigen Abteilung für Geistes- und Sozialwissenschaften (Abt. XII) künftig ein Departement für Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (D-GESS) haben. Darin werden zusammengefasst in fünf Schwerpunkten diejenigen Bereiche vertreten sein, welche für die natur- und ingenieurwissenschaftliche Lehre und Forschung eine bedeutende Rolle spielen. Sie werden jedoch ein für eine technische Hochschule spezifisches Profil erhalten. Fachkompetenz aus Disziplinen, die an der ETH Zürich selbst nicht gepflegt werden, wird künftig noch verstärkt von den kantonalen Universitäten bezogen. Eine eigentliche Abtretung der Ausbildung an andere Universitäten kann jedoch aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommen. Insbesondere ist die angestrebte Intensivierung des Dialogs zwischen den Natur- und Ingenieurwissenschaften einerseits und den GESS andererseits bei einer solchen Auslagerung nicht möglich. Darüber hinaus wären die kantonalen Universitäten aufgrund ihrer bereits jetzt grossen Lehrdeputate nicht in der Lage, auch noch speziell auf die Bedürfnisse der ETHZ-Studierenden zugeschnittene Lehrveranstaltungen anzubieten.

Neuer Doktortitel?

Die Schulleitung wird für die Professorinnen und Professoren des neuen Departements D-GESS bessere Voraussetzungen zur Betreuung von Doktorarbeiten zu schaffen. Sie beantragt deshalb dem ETH-Rat die Schaffung eines neuen Doktortitels: Dieser soll für interdisziplinäre Arbeiten verliehen werden, die im Kern auf die ETH-typischen Disziplinen zurückgreifen und Weiterungen durch die Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften suchen. Zudem nimmt die ETH Zürich Verhandlungen mit anderen Universitäten, namentlich mit der Universität Zürich, bezüglich eines Promotionsgastrechts der Professuren des D-GESS auf. Dies mit dem Ziel, deren Möglichkeiten zur Betreuung von fachspezifischen Dissertationen zu verbessern.

Neue Professurenplanung für D-GESS

Lehre und Forschung des D-GESS sollen verstärkt auf Problemstellungen und Bedürfnisse der technischen und naturwissenschaftlichen Fachdepartemente der Hochschule ausgerichtet sein. Dies bedingt eine systematische Einbindung der Fachdepartemente in die Entscheidungsprozesse, insbesondere in die Professurenplanung, die Berufungsverfahren und die Gestaltung des Lehrangebots des D-GESS.
Der im Mai 1998 verhängte Anstellungsstopp für Professuren des Bereiches Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften wird aufgehoben. Im Laufe der nächsten fünf Jahre wird fast die Hälfte der Professuren dieses Departements gemäss den neuen Grundsätzen frisch bestellt sein.

Nationalsprachen und Kulturpflege

Ihren gesetzlichen Auftrag zur Pflege der Landessprachen nimmt die ETH Zürich künftig im Rahmen des geplanten Schwerpunktes Kulturen, Literaturen und Kommunikation wahr. Das Collegium Helveticum wird in seiner heutigen Form beibehalten. Es erhält neu eine ständige, aber wechselnd zu besetzende Gastdozentur. Die Professur für Rätoromanische Literatur und Kultur wird neu an der Universität Zürich etabliert, wo sie in einem idealen akademischen Umfeld angesiedelt sein wird. Die Abgeltung der von dieser Professur bezogenen Lehrleistungen erfolgt seitens der ETH Zürich durch die Mitfinanzierung der notwendigen Infrastruktur.
Die ETH Zürich wird sich auch künftig unabhängig vom Lehrangebot des Bereiches GESS und zum Teil im Auftrag des Bundes der Pflege kultureller Einrichtungen und Aktivitäten widmen. Beispiele dafür sind das Archiv für Zeitgeschichte, die Graphische Sammlung, das Thomas Mann- wie auch das Max Frisch-Archiv, die Stiftung Werner Oechslin und vieles mehr.

Zügige Realisierung

Die Änderungen sollen möglichst rasch in Kraft treten. Bereits per 1. Oktober 1999 werden im Rahmen der allgemeinen Strukturreform der ETH Zürich die bisherigen Departemente Humanwissenschaften (D-HUWI), sowie Recht und Ökonomie (D-REOK) einerseits und die Abteilung für Sozial- und Geisteswissenschaften (XII) sowie Militärwissenschaften (XIA) im neuen Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften (D-GESS) zusammengeführt.
Die Neubesetzung der vakanten Professuren gemäss der neuen Vision wird sofort eingeleitet. Die Integration von Lehrveranstaltungen des Bereiches GESS in die Curricula der Fachdepartemente wird im Verlauf des Winters in den Studien- und Prüfungsreglementen verankert und tritt zum Studienbeginn im Oktober 2000 in Kraft.

Die Schulleitung der ETH Zürich ist überzeugt, dass mit diesem Vorgehen ein bewährtes Element von Lehre und Forschung auf ein neues Fundament gestellt werden kann, welches sich vor den Anforderungen des kommenden Jahrtausends bewähren wird.

Für nähere Auskünfte steht Ihnen Frau lic.phil. Katharina Poiger, Rektoratsstab ETH Zürich, Tel. 01/ 632 26 06, gerne zur Verfügung.

 

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More information

© 2013 ETH Zürich | Impressum | Disclaimer | 9.12.2009
top