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Dr. Brigitt Sigel
Institut für Denkmalpflege
ETH Zentrum
8092 Zürich
Tel. 01/632 22 87
Fax 01/364 00 37
ETH Zürich
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Bereits Ende der sechziger Jahre hatten engagierte Forscher, Praktiker und Lehrer auf dem Gebiet der Denkmalpflege der Schulleitung der ETH Zürich vorgeschlagen, ein gesamtschweizerisches Hochschulinstitut für Denkmalpflege einzurichten. Angesichts der damaligen Situation in der schweizerischen Denkmalpflege galt es eine Hochschuleinheit zu schaffen, die einerseits auf Denkmalpflegerelevanten Gebieten (wie z. B. der Archäologie und Bauforschung, der Inventarisation, der Stadtforschung, den Naturwissenschaften oder der Denkmaltheorie) forschen und lehren und andererseits der Praxis für besondere Probleme zur Verfügung stehen sollte. 1972 wurde das Institut für Denkmalpflege (ID) der ETH Zürich gegründet.
In 25 Jahren hat sich das ID einen festen Platz in der internationalen Denkmalforschung erworben, so auf den Gebieten der Mittelalterarchäologie, der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung und der Auseinandersetzung mit Grunderkenntnissen zur Theorie der Denkmalpflege. Ebenso erfolgreich wie andernorts selten ist die seit Beginn gepflegte interdisziplinäre Arbeitsweise. Dieser Ansatz erwies sich auch für die Mitarbeit in der denkmalpflegerischen Praxis der Schweiz als fruchtbar und hat sich den föderalen Strukturen und Bedürfnissen effizient und flexibel angepasst. Die Freiheit eines Hochschulinstituts, verbunden mit dem Engagement für die Erhaltung des geschichtlichen Erbes, machen es möglich, Fragen aus der Praxis nicht nur zu beantworten, sondern sogar vorwegzunehmen. Derzeit geschieht dies z. B. bei der denkmalpflegerischen Betreuung historischer Gärten.
Seit seiner Gründung gehört das ID zur Architekturabteilung der ETHZ und beteiligt sich mit dem obligatorischen und dem Diplomwahlfach "Denkmalpflege" an der Ausbildung der Architektinnen und Architekten.
Mitglieder des Instituts für Denkmalpflege erstellen überdies fallweise Gutachten, naturwissenschaftliche Schadensanalysen und Therapiekonzepte, sie nehmen Einsitz in Fachgremien (wie der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege, dem Landesdenkmalrat von Berlin oder der stadtzürcherischen Denkmalschutzkommission) und übernehmen kurz- oder längerfristige Lehrverpflichtungen (u.a. an der Uni Basel).
Wegen der grossen Nachfrage auf dem Gebiet der technologischen und konservierenden Forschung und Lehre hat die Schulleitung der ETHZ die Gründung eines privatrechtlich arbeitenden Expert Centers angeregt. Inzwischen wurde dieses in enger Anbindung an die Eidgenössischen Technischen Hochschulen von Zürich und Lausanne und mit der Unterstützung der Stiftung Pro Patria und des Bundesamtes für Kulturpflege gegründet. Es soll direkt mit den schweizerischen Fachkräften kooperieren.
Die interdisziplinäre Arbeitsweise dokumentiert auch die jüngste Neuerscheinung in der Publikationsreihe des Instituts für Denkmalpflege. Unter dem Titel "Naturschutz und Denkmalpflege. Wege zu einem Dialog im Garten". Gärten entstehen aus dem spannungsvollen Zusammenspiel zwischen den Wirkungen der Natur und menschlicher Gestaltung. Historische Gärten sind deshalb sowohl Denkmäler der Kulturgeschichte als auch Denkmäler der kulturell beeinflussten Naturgeschichte. Denkmalpflege und Naturschutz haben in ihrer Geschichte, ihren Zielen und Grundsätzen vieles gemeinsam. Eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Disziplinen, die auch in der Frage moderner Umweltstrategien wie Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ähnliche Anliegen verfolgen, wäre deshalb eine Selbstverständlichkeit. Sie steht in Wirklichkeit aber erst am Anfang. Auch in solchen umfassenden Zusammenhängen erweist sich das Gründungskonzept des Instituts für Denkmalpflege als tragfähig zur Lösung zukünftiger Probleme.
Naturschutz und Denkmalpflege. Wege zu einem Dialog im Garten, herausgegeben von Ingo Kowarik, Erika Schmidt, Brigitt Sigel. Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege an der ETH Zürich, Band 18. Zürich: vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich, ISBN 3 7281 2318 8, 376 Seiten, mit farbigen und s/w Fotos, Fr. 98.-.
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